Bozen: Druck auf die Verbauung der Hänge

panorama bolzano

Virgl, Guntschna, Oswaldhang…

 

von Peter Ortner

(Heimatpflegeverband Südtirol).

 

   Die Natur- und Kulturlandschaft der Hänge um Bozen zieht nicht nur Naturliebhaber, sondern auch die Baulobby in ihren Bann.

   So soll der Virgl von einer Unternehmer-Seilschaft in eine “Erlebniswelt Thuniversum” verwandelt werden.

Laut Bozner Landschaftsplan ist der Virgl, abgesehen vom heutigen Bestand an Anlagen und Gebäuden, als Gebiet von besonderem land­schaftlichen Interesse geschützt. Außerdem hat der Gemeinderat von Bozen den gesamten Virgl, einschließlich der Gebäude, als Ensemble Nr. 73 unter Schutz gestellt.

   Zum Grieser Grünkeil gehören außer Moritzing die Porphyrhänge von Guntschna

   Dazu zählt auch der Schallbauerhof mit Stadel, den man vom Grieser Platz aus gut sehen kann. Von der Schallbau AG liegt bereits ein genehmigtes Projekt zum Neubau eines Wohnhauses und einer “Orangerie” vor.

Das ist der Start einer zu befürchtenden Zersiedelung der einzigartigen Kulturlandschaft von Guntschna. Es bleibt nur zu hoffen, dass die Bauern von Guntschna nicht in diese Richtung hin spekulieren.

   Auffal­lend ist, dass nach wie vor ein Gutachten des Landschaftsschutzes fehlt, das bei derart sensiblen Bauvorhaben auf jeden Fall angebracht ist.

Nicht nur am Virgl und Guntschnaberg, sondern auch am Oswaldhang lauern Spekulanten auf die passende Gelegenheit, neue Bauprojekte und eine entsprechende Zufahrt im Bereich der Promenade zu verwirklichen.

   Der Grüngürtel in Bozen wird nicht zuletzt durch die Aussiedlung der Grieser Kellerei nach Moritzing durchlöchert.

   Wo bleiben die Absichtserklärungen der offiziellen Politik, die Hänge um die Stadt halbwegs zu bewahren?

 

[Tageszeitung Dolomiten, Montag 14.04.2008]

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4 thoughts on “Bozen: Druck auf die Verbauung der Hänge

  1. Stiamo alla sostanza: la preoccupazione di preservare dal cemento le pendici verdi di Bolzano è legittima o no?
    Io credo di sì.

    (PS: Lei ritiene che una persona che tiene una rubrica settimanale sul Dolomiten e presiede l’equivalente sudtirolese di “Italia nostra” sia un oltranzista?)

  2. Unter Naturschutz stehende grüne Hügel von Bozen.
    Ich stimme dem Bericht Dr. Peter Ortners vom Heimatpflegeverband Südtirol vom 14.04.08 über die Gefahr einer Verbauung unserer Bozner Hänge voll zu. Es geht hier prinzipiell um die Frage: Sind unter Schutz gestellte Gebiete vor Verbauungen zu bewahren, oder kann die Unterschutzstellung bei Bedarf (z.B. auf Druck von Bau- bzw. Unternehmerlobbys) einfach aufgehoben werden? Dann wären diese Gesetze wohl nur mehr eine Farce. Wenn schon darüber nachgedacht wird, dass bei einer eventuellen Genehmigung des Mega-Thun-Projektes am Virgl eine Verbindungsstraße von Kampenn zum Virgl gebaut werden könnte (für eine bessere Zufahrt der Lkws und der schweren Baumaschinen), um die bestehende schmale Straße zum Virgl nur mehr als Einbahnstraße zum Herunterfahren zu benützen (Aussage des Bürgermeisters Spagnolli am 12. April 2008), dann wissen wir, woher der Wind weht! Wir müssen uns mit aller Kräft für die Erhaltung der Naturlandschaft bzw. für eine sanfte Erschließung des Virgls einsetzen.

  3. Die Aussiedlung der Kellerei Bozen tägt nicht zu einer Zersiedelung des Grieser Grünkeils bei. Ein landwirtschaftlicher Betrieb gehört in das landwirtschaftliche Grün, und nicht inmitten eines bewohnten Gebietes und schon gar nicht in eine Industriezone!

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