Integration statt Exklusion

tageszeitung

 

Landtagspräsident Riccardo Dello Sbarba über die „Kindergarten-Listen“ der SVP, seine Eingabe bei der Datenschutzbehörde und seine Forderungen nach zweisprachigen Kindergärten.

 

Arnold Tribus ist empört über meine Eingabe an die Datenschutzbehörde, ich bin hingegen entrüstet über die seit Monaten herumgereichten Listen von Kindergartenkindern, von denen ein Teil der Bozner Svp, anhand der Namen der Kinder, willkürlich eine ethnische Zählung vornehmen wollte. Als auch Alleanza Nazionale die Namen anforderte, war für mich der Moment gekommen, diese Eskalation zu stoppen. Die Datenschutzbehörde wird uns jetzt sagen, ob da alles in Ordnung ist.

 

Man muss und darf sich nicht an alles gewöhnen. Eine ethnische Zählung der Kinder anzukündigen, ist Gift für unser Zusammenleben. Wer mit Listen seit Monaten in Bozen herumgeht, will die Familien erschrecken, will Spannungen schaffen in den Schulen und zwischen Schulen und Familien. Das gehört gestoppt, und meine Eingabe hatte diesen Zweck.

 

Wie die Situation ist, wissen wir alle. Dazu brauchen wir keine Liste. Es gibt Kinder beider Sprachen sowohl an den deutschen als auch an den italienischen Kindergärten. 

 

Aber um  sich mit dem Phänomen der „Quer-Einschreibungen“ auseinanderzusetzen, braucht es zivilisierte und korrekte Voraussetzungen. Also, weg mit den Listen und hin zur Sache.

 

Und zur Sache möchte ich folgendes sagen:

1. Es geht um ein didaktisches Problem, für das in erster Linie die Schulautonomie zuständig ist. Viele Lehrerinnen und Schulen haben schon kreative Lösungen gefunden. Also, zuerst muss man die Schulen konsultieren.

2. Das Recht auf freie Einschreibung ist unantastbar und zu respektieren.

3. Hinter dem Phänomen der „Quer-Einschreibungen“ steht der Wunsch der Familien, ihren Kindern eine mehrsprachige Erziehung zu gewährleisten.  Diesem Bedürfnis nach Mehrsprachigkeit kann man nicht die Tür zuschlagen, sondern man muss nach Mitteln und Wegen suchen, es wirksam zu befriedigen.

4. Um die Zweisprachigkeit zu fördern ist keine Investition zu viel. Das sind Investitionen in die Zukunft.

5. Man muss anerkennen, dass viele Kindergärten und Schulen von Kindern verschiedener Sprachen besucht werden. Und die Lösung dafür lautet: Integration statt Exklusion.

6. Als unmittelbare Lösung für die Kindergärten, in denen Kinder unterschiedlicher Muttersprachen beisammen sind, müssen das Personal und die Mittel potenziert werden, um die Kinder sprachdidaktisch angemessen und effizient in ihrem Spracherwerb zu unterstützen.

7. Als weiterführende Lösung ist die Einrichtung mehrsprachiger Kindergärten und Schulen vorzusehen, als Zusatzangebot, für alle diejenigen, die an einer mehrsprachigen Ausbildung interessiert sind.

8. Was die eventuellen Sprachschwierigkeiten einiger Kinder betrifft: Diese muss man von Fall zu Fall angehen. Wir haben eine Durchführungsbestimmung aus dem Jahr 1988, die an den Kindergarten keinen Sprachtest zulässt, sondern das Gespräch mit der Familie vorsieht, um eine Lösung zu finden. Ich kenne persönlich Fälle, wo die Familie das Kind zurückgezogen hat, und Fälle, wo die Familie eine deutsche Tagesmutter eingestellt hat, damit die Sprache des Kindes gefördert wird. Mit Vernunft lässt sich jedes Problem lösen.

 

Dies ist der Weg, der einzuschlagen ist, um die Rechte aller Kinder zu respektieren und in die Zweisprachigkeit, also in die Zukunft, zu investieren.

Aber weg mit den Listen, weg mit der Hexenjagd in den Kindergärten. Zum Schluss, noch ein historischer Präzedenzfall, den es gilt nicht zu wiederholen. Es war im Jahr 1921, in der vor-faschistischen Zeit, als die italienische Regierung ins Unterland kam, um sich die Listen der Kinder der deutschen Schulen anzuschauen. Und siehe da: Wer einen Namen trug, der italienisch klang, wurde gezwungen, in die italienische Schule zu wechsel.

 

 

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4 thoughts on “Integration statt Exklusion

  1. Mi sembra di essere tornata indietro di trent’anni.

    Nel 1974 ho iscritto Martina all’asilo tedesco, pur essendo di famiglia italiana. Mi hanno fatto un sacco di storie, tuttavia, poichè abitavamo a Soprabolzano e l’asilo era uno solo hanno accettato Martina, solo dietro esame precoce di bilinguismo: direi quasi una farsa poichè timida com’era non ha parlato nè in italiano, nè in tedesco.

    Comunque poi Martina è rimasta in quell’asilo e si è trovata benissimo. All’ iscrizione scolastica si è ripetuta la stessa scena, direi quasi più farsesca, poichè l’incaricata di controllare l’effettiva conoscenza della lingua tedesca di Martina era una maestra che abitava proprio nell’appartamento accanto al nostro e che conosceva benissimo come Martina parlasse perfettamente ( sempre per i suoi sei anni) sia il tedesco, quanto l’italiano.

    Allora mi sono appellata allo statuto di autonomia che prevede la scelta di iscrizione da parte dei genitori. La stessa cosa ho fatto con la seconda figlia. Devo dire che sono tutte e due felicissime della nostra scelta di farle crescere bilingui. Ho raccontato la mia esperienza, peraltro positiva, a tutti i miei conoscenti e per quanto possibile li ho aiutati a seguire la nostra strada.

    Ho letto gli interventi nel tuo blog. Analisi diverse per un unico problema. Sempre più ritengo di aver fatto bene: per me non era solo una questione linguistica, ma proprio di cultura. Volevo che le mie figlie si radicassero in questa loro terra, riuscissero a capire le altre persone, ne apprezzassero le qualità.

    Da poco mi sono trasferita a Bronzolo, dove tutti, ma dico tutti i ragazzi parlano i due dialetti: non mi dispiace. Sceglieranno quando saranno grandi da che parte stare, ma almeno non vedranno un nemico nell’altro

  2. Carissimo Riccardo,
    ho seguito da vicino tutta la faccenda degli asili comprese le risposte assurde lanciate in giro per i giornali da parte della SVP.
    Sembra che adesso tutti possano permettersi di fare come Berlusconi, cioè cose altamente scorrette, e ancora peggio, attaccando in modo stupido e senza conoscere la materia ….
    tu sei stato anche insegnante …. gli altri come Pichler Roller no ….
    Chi cerca di difendere i diritti dei cittadini ed in particolare dei più piccoli e più indifesi? Ormai agli adolescenti è meglio non rompere le scatole perchè appena dai un quattro sono loro che scendono in campo, quindi cosa fare?
    Attaccare i più piccoli, i bambini degli asili che se qualcuno è come ero io a tre anni …. sarebbe dovuto stare a casa perchè sia io che mio figlio Sebastian a tre anni potevamo appena dire mamma.
    Eppure ci sono stata all’asilo (senza possibilità di scelta, era quello o niente, così come per Sebastian, quello di Meltina o niente) e non mi sembra che siamo stati traumatizzati da quegli asili.
    I bambini possono solo essere traumatizzati da certi modi di fare da parte di alcuni insegnanti che fortunatamente vengono allontanati nei casi più gravi.

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