Alex Zanotelli, Appell gegen den Fremdenhass

alex zanotelliBozen gezielt ausgesucht, um die Initiative zu starten

 

“Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Kommunist. Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Sozialdemokrat. Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschafter.Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte“

Dieses Zitat des Theologen und ehemaligen KZ-Häftlings Martin Niemöller stellte der Comboni-Missionar Alex Zanotelli in den Mittelpunkt seiner Überlegungen, um deutlich zu machen, dass man sich auch durch Schweigen schuldig machen könne. Zanotelli hat beschlossen, dieses Schweigen zu brechen und andere dazu aufzurufen, es ihm gleichzutun.

Sein Appell gegen den Fremdenhass wurde im Rahmen einer Pressekonferenz lanciert, zu welcher das Friedenzentrum der Stadt Bozen geladen hatte. Anlass für den Appell waren die aktuellen Eregnisse in den Roma-Lagern rund um Neapel, aber auch die politische Absicht, illegale Einwanderung zum Verbrechen zu erklären.

 

Bereits die Pressekonferenz selbst wurde zu einem Ereignis. Neben den Medien waren viele VertreterInnen von Kirche und Politik, allen voran Landtagspräsident Riccardo Dello Sbarba, sowie Gemeinde- und StadträtInnen der ökosozialen Fraktion und des PD gekommen. Am Podium neben Alex Zanotelli Stadtrat Luigi Gallo, Francesco Comina vom Friedenszentrum der Stadt Bozen, Mauro Randi von der Caritas, Paola Vismara von der Diözese (Pastoral für EinwandererInnen), und Bruno Carli (Pastoral Sinti und Roma), die von ihren eigenen Erfahrungen berichteten.

 

Alex Zanotelli schilderte die konkrete Situation in Neapel und Umgebung, wandte sich vehement gegen die Medien, welche den Fremdenhass anstacheln, und gegen ein Wirtschaftssystem, welches die Menschen dazu zwinge, ihre Heimat zu verlassen. Um den sozialen Frieden aufrechtzuerhalten suche sich jede Gesellschaft ihre Sündenböcke, und dem gelte es entgegenzuwirken. Früher habe man den Kommunismus zum Feindbild stilisiert, heute sei es der Islam, auch dagegen müsse man sich wehren, weil es sonst zur gegenseitigen Zertsörung komme. Ihn störe vor allem das Klima, das sich in der Gesellschaft in letzter Zeit zugespitzt habe, meinte Zanotelli, und weil alle, die schweigen, sich mitschuldig machen, rufe er dazu auf, Stellung zu beziehen. Dass dies gerade von Bozen aus geschehe, habe damit zu tun, dass es hier eine Stadt und ein Land gebe, in welchem Menschen unterschiedlicher Herkunft friedlich zusammenleben. Ein anderer, wichtiger Grund, den Appell von hier aus zu lancieren, sei die Erinnerung an Alexander Langer, dessen Einsatz sehr viel bewegt habe und dessen Botschaften nicht vergessen werden sollten.

(Renate Mumelter)

 

 

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