Vetta d’Europa

VETTA D’EUROPA – Così Alexander Langer nel 1989 ribattezzò la “Vetta d’Italia”, nome dato al Klockerkarkopf nel 1904 dal nazionalista Ettore Tolomei, che si arrampicò fin lassù per lanciare simbolicamente il suo programma di colonizzazione del Sudtirolo. Se oggi si riuscisse a trovare un buon accordo sulla toponomastica che preveda un generoso bi- e trilinguismo, questa cima – che oggi divide – potrebbe essere ribattezzata nello spirito europeo di Alex a suggello dell’avvenuta riconciliazione.

Pubblico qui la dichiarazione delle Alpi che Alex ed altri/e lanciarono da lassù nel giugno del 1989.

Alpenerklärung

Kasern, Ahrntal, 4.6.1989

Die Alpen sind das größte und wichtigste europäische Gebirge. Von ihrem stabilen ökologischen Gleichgewicht hängt viel in Europa ab. Seine Auswirkungen sind im Wasserhaushalt, in den klimatischen Verhältnissen, in der Vielfalt der Flora und Fauna, in der landschaftlichen Schönheit, im Schutz der besiedelten Talgebiete vor Vermurung und Überschwemmung und in vielen anderen Bereichen nachhaltig zu spüren.

Jahrtausendelang war die ökologische Stabilität der Alpen durch ein einmaliges und großartiges Gleichgewicht zwischen natürlicher Lerbensgrundlage und menschlicher Bewirtschaftung gewährleistet. So konnten die Alpen gleichzeitig und maßvoll eine Vielfalt von Funktionen erfüllen: von der Land-, Wald- und Weidewirtschaft zum Paßverkehr, vom Siedlungsgebiet zum Wirtschaftsraum, vom Kulturland zum Erholungsgebiet.

Heute sind dieser Ausgleich und diese Stabilität schwer gefährdet, eine hohe Überbelastung und allzu kurzsichtige Ausbeutung der Naturschätze der Alpen rufen Störung um Störung hervor, zahlreiche Vorboten kündigen schon katastrophenartige Folgen an.

Massenhafter Durchzugsverkehr von Gütern und Personen (noch dazu vorwiegend auf der Straße), touristische Überbelastung vor allem in Ballungsgebieten, Verbauung und Zersiedlung, Erschließung selbst der Gletscher, Autobahnen, Straßen und Durchstiche, Übermechanisierung von Landwirtschaft und Sport, Verpestung und Verseuchung des Bodens, der Luft, des Waldes und des Wassers (bis zum Hochgebirge) durch Müll, Chemie, Schadstoffe aus Verkehr und Industrie, zusätzliche Belastung durch Militäranlagen und -Übungen, angeblich sportliche Großveranstaltungen, überflüssige sogenannte Forststraßen, Verödung und Erosion, Ausbreitung der Monokulturen und vieles mehr haben eine kolossale Gleichgewichtsstörung hervorgerufen, die in Kürze irreparabel zu werden droht.

Die Bewohner der Alpengebiete sind die ersten, aber nicht die einzigen Opfer dieser radikalen Beeinträchtigung. Die Entvölkerung vieler Alpentäler und die gleichzeitig auftretende übermäßige Bevölkerungsdichte in Ballungsgebieten, die Verdrängung echter angestammter Kulturen und ihre Verkümmerung zu Folklore, die zunehmende Abhängigkeit der Alpengebiete von den Metropolen sowie die immer mehr um sich greifende völlige Verkünstlichung des Verhältnisses zur Natur sind Anzeichen einer gefährlichen Verkehrung. Die Alpenwelt wird konsumiert statt erlebt.

Dabei ist doch bekannt, daß das Wohlergehen im Tal die Stabilität am Berg voraussetzt, und was “oben” in Ordnung ist, kann Störungen “nach unten” nur vervielfachen – zu bereinigen sind sie schwerlich.

Deshalb haben sich im Hinblick auf das immer stärkere Zusammenwachsen Europas – das sicher über die Grenzen der heutigen E.G. hinaus zu geschehen hat – Alpenbewohner und Bergsteiger aus verschiedenen Anrainerstaaten gemeinsam am Glockenkarkopf (“Vetta d’Italia”) getroffen, um diesen Grenzberg zwischen dem italienischen und österreichischen Staatsgebiet symbolisch als “Europaspitze” anzusehen und hier vor der Europawahl 1989 eine gemeinsame Absichtserklärung und Verpflichtung zu deponieren, der sich in Zukunft alle anschließen können, die diese Absichten und Verpflichtungen teilen. In diesem Geist wurde auch die Tafel mit der zweisprachigen Inschrift “Europaspitze – Friede den Menschen, Bruderschaft mit der Natur – Die Grünen / Vetta d’Europa – Pace tra gli uomini e con la natura – i verdi / 4.6.1989” angebracht.

Alpen-Deklaration der europäischen Grünen

1. Die Alpen sind von zahlreichen Staatsgrenzen durchzogen. Heute haben diese Grenzen immer weniger Sinn und sollen bald ganz verschwinden. Wir wollen die Alpen als gemeinsame Heimat vieler kleiner und großer Völker betrachten, die keine Staatsgrenzen mehr brauchen, um einander zu respektieren und friedlich, freundschaftlich und solidarisch miteinander umzugehen.

2. Diese gemeinsame Heimat lebt von der Vielfalt der Völkerschaften, Sprachen, Kulturen, Überlieferungen und vom guten Zusammenleben zwischen ihnen. Wir wollen aus dem Alpenraum immer mehr ein zentrales und verbindendes Gewebe zwischen allen Menschen und Völkern Europas machen, das den Frieden bewahren und die gute Zusammenarbeit verbürgen soll.

3. Je mehr die Grenzen fallen und somit die Alpen nicht mehr von Rom, Wien, Bonn, Paris… aus regiert werden, desto wichtiger werden die regionalen Einrichtungen zur Selbstregierung und Selbstverwaltung. Wir wollen für das enge Zusammenwirken aller Alpenregionen und für die Verstärkung autonomer und föderaler Strukturen in ganz Europa eintreten.

4. Je mehr Europa zusammenwächst, desto mehr muß es sich um die Alpen als gemeinsames, unwiederbringliches, heute gefährdetes Erbe unseres ganzen Erdteils bemühen. Wir wollen dafür einstehen, daß das vereinte Europa den Schutz der Alpen als eine seiner großen Aufgaben wahrnimmt.

5. Die Bauern – und insbesondere die Bergbauern – des Alpengebiets waren bisher die wichtigsten Hüter dieser Natur- und Kulturlandschaft und des Gleichgewichts des Ökosystems Alpen. Wir wollen uns für die soziale, wirtschaftliche und kulturelle Absicherung und die ökologische Gesundung der bäuerlichen Landwirtschaft im Alpenraum besonders einsetzen.

6. Je mehr die Staatsgrenzen abzubauen sind, desto mehr gilt es heute, die natürlichen Grenzen der Belastbarkeit im Alpenraum zu erkennen und zu beachten. Die ökologische Stabilität ist gefährdet. Das Gleichgewicht zwischen Bewohnern und Besuchern, zwischen dicht und dünn besiedelten Gebieten, zwischen verschiedenen Nutzungsarten, zwischen Berg und Tal ist aus dem Lot gekommen. Wir betrachten die Wiederherstellung eines naturverträglichen Gleichgewichts im Alpenraum als vorrangige Aufgabe und wollen mit Nachdruck dafür eintreten und jede Störung und Verletzung vermeiden und bekämpfen, umso mehr als wir wissen, daß sie sich bergabwärts in katastrophalem Ausmaß vergrößern und vervielfachen wird.

7. Sanfte, schonende Bewirtschaftung der Alpen ist angesagt: Fremdenverkehr, Landwirtschaft, Industrie und Gewerbe, Sport, Verkehr, Energiegewinnung usw. müssen im Alpenraum ganz besonders maß- und rücksichtsvoll vor sich gehen. Großkraftwerke, Militärinstallationen, Großanlagen und -Veranstaltungen jeder Art, übertriebene wirtschaftliche Nutzungsarten oder gar geballte Monokulturen ökonomischer Ausbeutung haben in den Alpen nichts zu suchen. Wir wollen uns bemühen, das Bewußtsein der Bewohner und Besucher in diese Richtung anzusprechen und die nötigen Veränderungen ohne Verzug einzuleiten.

8. Die Alpen werden im Zuge der engeren wirtschaftlichen Verflechtung Europas immer öfter als ein zu überwindendes Verkehrshindernis betrachtet und mißhandelt. Wir wollen dafür einstehen, daß sich Verkehrswege und Verkehrsaufkommen den natürlichen Gegebenheiten anzupassen haben und nicht umgekehrt. Der Kampf vieler Alpenbewohner gegen die Verkehrslawine ist ein wichtiger Beitrag zum Umbau der europäischen Wirtschaft, hin zu mehr regionalem Gleichgewicht und somit weniger Transportzwang.

9. In den Alpen liegt ein wesentlicher Teil der europäischen Restbestände an unberührter Natur. Wir wollen uns dafür einsetzen, daß sie vor technologischer und ökonomischer Inbesitznahme geschützt wird.

10. Da die Alpen als besonders sensibles Ökosystem auf Beeinträchtigungen besonders schnell reagieren und die angestammten Alpenbewohner in ihren Traditionen und Rechtsordnungen eine besondere Veranlagung für eine naturschonende Symbiose mit der Umwelt entwickelt haben, wollen wir in Zusammenarbeit mit allen ähnlich gesinnten und engagierten Menschen und Organisationen darauf hinwirken, daß aus dem Alpenraum besonders aktive und überzeugungsfähige Impulse für die allseits notwendige ökologische Wende nach ganz Europa ausströmen.

Vom zukünftigen Europaparlament, von den anderen europäischen Institutionen – auch außerhalb der E.G. -, von den derzeit noch bestehenden Staatsregierungen und von den regionalen und lokalen Selbstverwaltungsgremien erwarten wir uns, daß sie positiv und sensibel auf die Anliegen dieser Alpen-Deklaration reagieren.

Alle Bewohner und Besucher des Alpenraums laden wir ein, gemeinsam in diesem Sinne bewußt zu werden und entsprechend zu handeln.

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Un pensiero riguardo “Vetta d’Europa

  1. “Vetta d’Europa – Klockerkarkopf – Europaspitze“:
    sigillo finale di una toponomastica pacificata.

    Ringraziamo tutti coloro che in questi giorni, riprendendo la proposta dei Verdi, hanno detto sì all’idea lanciata 22 anni fa da Alexander Langer di ribattezzare in Vetta d’Europa la contestata “Vetta d’Italia”.
    Al presidente Durnwalder e alla Svp chiediamo di fare un passo oltre gli steccati: se un’idea è buona va attuata e non conta chi sia stato/a a lanciarla.
    Vorremmo precisare la nostra proposta:

    1. QUANDO – Questo atto di pace dovrebbe arrivare come ultimo sigillo di una pace sulla toponomastica ispirata a un generoso bi- e trilinguismo.
    Già la commissione paritetica Governo-Provincia ha trovato un accordo unanime sui 1525 cartelli di montagna contestati (tranne uno), dei quali il 90% recupera la presenza di entrambe le lingue (la metà sia nel toponimo che nel sostantivo che lo accompagna, l’altra metà almeno nel sostantivo). A questo deve ispirarsi la nuova legge provinciale: commissione paritetica, metodo del consenso, accertamento dei nomi in uso attraverso atti giuridici e cartografia esistente.

    2. PERCHE’. “Vetta d’Italia” non è uno dei tanti nomi introdotti nel 1923 dal regime fascista, ma fu usato da Tolomei fin dal 1904 per lanciare simbolicamente il suo programma di colonizzazione del Sudtirolo. Per far questo l’allora cittadino austroungarico Ettore Tolomei si arrampicò su quella vetta orograficamente secondaria e simbolicamente ribattezzò il Klockerkarkopf in “Vetta d’Italia” facendone l’emblema della sua campagna nazionalistica. Se solo questo nome deve continuare a dividere, allora troviamo un nome che unisca e che segni una presa di distanza dal passato tolomeiano.

    3. COME. La nostra proposta riguarda il toponimo tolomeiano “Vetta d’Italia” e non il tedesco Klockerkarkopf, che non è in discussione. Se vogliamo però che questo atto di nuovo battesimo venga accolto da tutta la popolazione come un sincero atto di pace e non di rivincita, anche da parte sudtirolese tedesca potrebbe essere dato un segno, aggiungendo allo storico Klockerkarkopf il nome “Europaspitze”.

    Ai piedi di questa nuova “Vetta d’Europa – Klockerkarkopf – Europaspitze“ potrebbe essere davvero sottoscritta la pace toponomastica e festeggiato un decisivo passo avanti della convivenza.

    Riccardo Dello Sbarba Brigitte Foppa
    Hans Heiss Sepp Kusstatscher
    Consiglieri provinciali Portavoce provinciali

    Bolzano, 28 febbraio 2011

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